Herbstanlass 2026
1000 Jahre Kloster Muri: Geschichte, Kontroversen, Feierlichkeiten
30. September 2026, ab 18.30 Uhr, Kloster Muri, Marktstrasse 2, 5630 Muri
Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Jubiläums «1000 Jahre Kloster Muri» laden die HS Alumnae:i der UZH zum Herbstanlass nach Muri ein. Über Jahrhunderte ist das Kloster Muri nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein wichtiger ökonomischer und politischer Akteur mit Ausstrahlung weit über das Freiamt hinaus. In der Reformationszeit bildet das Freiamt geografisch und konfessionell einen markanten Keil zwischen den reformierten Machtzentren Zürich und Bern. Eine besondere Zäsur bedeutet die Aufhebung der Aargauer Klöster im Jahr 1841. Sie löste weit über den Kanton hinaus politische und konfessionelle Erschütterungen aus. Und Muri bildet das Epizentrum. Die Klosteraufhebung gilt als einer der Faktoren, die zum Sonderbundskrieg führten – und damit indirekt auch zur Entstehung des liberalen Bundesstaates.
Kunsthistorisch zählen die Klosterkirche und die Klosteranlage zu den herausragenden Zeugnissen barocken Schaffens. Die über 200 Meter lange Ostfassade, das mächtige Oktogon der Klosterkirche sowie die einzigartigen Glasgemälde im Kreuzgang begeistern jedes Jahr unzählige Besucher:innen. Heute ist die Klosteranlage ein lebendiger Kulturort mit einem vielfältigen und reichen Angebot.
Nach einer Führung durch die Klosterkirche, folgt im Singisen-Saal eine Podiumsdiskussion zum Thema «1000 Jahre Kloster Muri: Geschichte, Kontroversen, Feierlichkeiten». Im Zentrum stehen die historische Bedeutung des Klosters, die lange und kontroverse Aufarbeitung seiner Geschichte sowie die Frage, welche Botschaft ein solches Jubiläum für Gegenwart und Zukunft bereitstellen kann. Wir diskutieren auch über neue Erkenntnisse der Klosterforschung, die Aufhebung des Klosters und den langen Kulturkampf im Freiamt. Besonders spannend sind Kontinuitäten, die über ein ganzes Jahrtausend Bestand haben: Der Konvent fand wenige Jahre nach der Aufhebung in Bozen eine neue Heimat. Und die Familie Habsburg pflegt ebenfalls bis heute eine intensive Beziehung zu ihrer Stiftung.
Programm
18.30 Treffen in Muri vor der Klosterkirche am Hauptportal, Begrüssung (HS Alumnae:i)
18.35 Führung durch die Klosterkirche Muri: Peter Hochuli (Schulleiter Bezirksschule Muri)
19.30 Podiumsdiskussion «1000 Jahre Kloster Muri: Geschichte, Kontroversen, Feierlichkeiten»
- Dr. Jeanette Rauschert (Staatsarchivarin Kanton Basellandschaft, Lenkungsausschuss «Geschichte Kloster Muri»)
- Dr. Josef Lang (Historiker und Politiker, Autor des Buches «Kulturkampf»)
- Tobias Holzer (Projektleiter «1000 Jahre Kloster Muri»)
- Moderation: Dr. Ruth Wiederkehr (freischaffende Historikerin, u.a. Projektleiterin «Neue Klostergeschichte Wettingen», Kommunikationsteam «Geschichte Kloster Muri»)
20.20 Ende des Podiums
Im Anschluss Apéro