Herbstanlass 2011

Freitag, 21. Oktober 2011, ab 17h00

Teil 1: Ausstellung und Baustellenführung: Durchmesserlinie (Anmeldung erforderlich!)

Teil 2: Referate, Diskussion und Apéro: Hochschule für Wirtschaft Zürich

Besuch auf der Grossbaustelle. Die Durchmesserlinie unter dem Hauptbahnhof

Bildquelle: http://www.sbb-cff.ch/

Der Bau der Durchmesserlinie zwischen Altstetten, Zürich HB und Oerlikon ist derzeit eines der grössten Eisenbahnprojekte in der Schweiz. Hauptbestandteile sind der Bau eines viergleisigen Durchgangstiefbahnhofs Löwenstrasse in 16 Metern Tiefe unter dem aktuellen HB und der Bau einer dritten Doppelspur zwischen dem HB und dem Bahnhof Oerlikon, die sowohl für den Regional- wie für den Fernverkehr auf der Ost-West-Achse Entlastung bringen soll.

Seit September 2007 wird gebaut. Bis zum Abschluss aller Arbeiten im Jahr 2014/15 wird das Projekt die Summe rund 1.8 Milliarden Franken verschlungen haben, an der sich der Kanton mit 40%, der Bund bzw. die SBB mit 60% beteiligen.

© SBB, Visualisierung des Bhf. Oerlikon

Wie zuvor andere grosse Infrastrukturprojekte der Eisenbahn, etwa dem Bau der NEAT 1992, stiess auch die Durchmesserlinie auf grosse öffentliche Akzeptanz: Im September 2001 stimmten 80% der Stimmberechtigten des Kantons einer finanziellen Beteiligung zu.

Verkehrsinfrastrukturen prägen Siedlungsstrukturen und/oder verstärken bestehende Tendenzen. Mit der Durchmesserlinie reagieren die SBB auf die wachsende Belastung der Bahninfrastruktur im Raum Zürich im allgemeinen, im besonderen auch auf die stark zunehmenden Pendlerströme aus dem Kanton und aus der ganzen Schweiz nach Zürich Nord.

Bildquelle: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=564911

Über das konkrete Projekt hinaus interessieren wir uns für die historischen Wurzeln dieser Konzeption, an die sich nur noch Spezialisten erinnern: Seit der vorletzten Jahrhundertwende gab es Ideen und konkrete Projekte für einen Totalumbau des Zürcher Sackbahnhofs. Welche Ideen zur Stadtentwicklung waren damit verbunden? Und warum hat es bis zur Umsetzung mehr als hundert Jahre gedauert? Ein zweiter Beitrag steuert die aktuelle Perspektive auf die Durchmesserlinie bei und verortet das Bauprojekt in den grösseren Zusammenhängen: In welche Gesamt-Mobilitätskonzept fügt sich die Durchmesserlinie ein? Welche neuen Potenziale und Herausforderungen bringt sie für das bestehende System mit sich? Anschliessend gibt es Gelegenheit zur Diskussion (Diskussionsleitung: Carsten Goehrke).

Wie üblich lädt die Alumni-Vereinigung die Mitglieder anschliessend zu einem Apéro ein.

Programm

wann?was?wo?
17h00Teil 1: Führung durch die Ausstellung und Baustellenrundgang (Dauer: 2 h) Besammlung im Ausstellungsraum der DurchmesserlinieAusstellungsraum der Durchmesserlinie am HB Zürich (Karte)
Anmeldung erforderlich!
ab 19h00Teil 2: Referate und Diskussion
Dr. Daniel Kurz:
100 Jahre Durchmesserlinie - historische Projekte um den HB Zürich
Andreas Meili:
Die Zürcher S-Bahn: Welche Faktoren haben ihr zur heutigen Stellung verholfen, wo stösst das S-Bahnsystem an seine Grenzen? Welche Ziele stehen in den kommenden Jahren im Vordergrund?
Auditorium der Hochschule für Wirtschaft Zürich, Sihlhof, Lagerstrasse 5, Stockwerk A1 (Karte)
ab 20h30ApéroFoyer der Hochschule für Wirtschaft Zürich, Sihlhof, Lagerstrasse 5 (Karte)

Anmeldung

In der Ausstellung und auf der Baustelle ist der Raum für BesucherInnen beschränkt. Daher führt die SBB solche Führungen für maximal 50 Teilnehmer/innen durch. Wir bitten die Mitglieder der Alumni-Vereinigung um eine Anmeldung. Sie erhalten per Email ein Bestätigungsmail, über das Sie ihre Anmeldung auch wieder zu stornieren. Bitte machen Sie davon Gebrauch: nur so können ggf. freie Plätze durch andere Mitglieder wieder besetzt werden. Die anschliessenden Vorträge, die Diskussion und der Apéro sind für alle Mitglieder offen – unabhängig von der Anmeldung für die Baustellenführung.

zur Anmeldung

Kurzbio

Daniel Kurz ist Leiter Kommunikation beim Amt für Hochbauten der Stadt Zürich. Er schloss 1990 in Zürich das Lizentiat in Allgemeiner Geschichte ab. 2006 promovierte er mit einer Arbeit mit dem Titel "Die Disziplinierung der Stadt – Moderner Städtebau in Zürich 1900–1940". Das Buch wirft einen Blick auf die städtebaulichen Paradigmen, die in der Zwischen- und Nachkriegszeit den Städtebau in Zürich geprägt haben. Neben architekturgeschichtlichen Aspekten sind für den Autor die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Kontexte relevant. Das Buch erschien 2008 im gta-Verlag Zürich.

Andreas Meili, Bauingenieur ETH, Betriebswirtschafter BWI. Meili ist seit 2002 Projektleiter im Zürcher Verkehrsverbund im Bereich Verkehrsplanung. Er begleitet unter anderem die Projekte Durchmesserlinie sowie verschiedene Tramprojekte der VBZ wie z.B. das Grossprojekt Tram Zürich-West, welches am 11. Dezember 2011 in Betrieb genommen wird.

Links: Durchmesserlinie