HS-Alumni Herbstanlass 2013

Freitag, 8. November 2013, ab 16:15 Uhr in Baden

Baden um 1900 auf einer Postkarte. Im Vordergrund das Bäderquartier, rechts hinten das Industriequartier (BBC)

Zum Anlass sind alle Mitglieder der HS-Alumni-Vereinigung eingeladen. Wir besuchen sowohl das Bäder- als auch das ehemalige Industriequartier von Baden in zwei Gruppen. Für die zwei Führungen ist die Platzzahl auf je 30 Personen beschränkt. Deshalb bitten wir um Anmeldung. Es besteht die Möglichkeit, die Anmeldung wieder zu stornieren: Nur so können frei werdende Plätze durch andere Mitglieder besetzt werden. Sie können sich entweder für die Führungen und/oder das moderierte Gespräch sowie den Apéro riche anmelden. Bitte wählen Sie die entsprechenden Felder bei der Anmeldung aus.

Anmeldeschluss: 30. Oktober 2013

Anreise mit dem Zug:
Ab Zürich: 16:06 Uhr. Ankunft Baden: 16:21 Uhr
Ab Bern: 15:04 Uhr. Ankunft Baden: 16:12 Uhr
Ab Basel: 15:13 Uhr. Ankunft Baden: 16:07 Uhr

Programm

16:25 Besammlung und Begrüssung vor der Hauptpost Baden (Perron 1) Bei Bedarf zur Info vor Ort: 077 429 74 92
16:30-18:50 Führungen durch das Bäderquartier und das ehemalige Industriequartier der BBC/ABB mit Bruno Meier (Verleger von hier+jetzt) und Tobias Wildi (Archivar ABB)
zur Anmeldung
18:50 Ankunft Hotel Blume
19:00 Moderiertes Gespräch mit Jacqueline Häusler, Bruno Meier und Tobias Wildi
zur Anmeldung
ab 19:30  Apéro riche

Historische Identitäten im Widerstreit: Baden zwischen Bäder- und Industriestadt

Der HS-Alumni-Herbstanlass 2013 findet in Baden statt. «Bäderstadt» und «Industriestadt» sind zwei historische Identitäten, die Baden stark geprägt haben. Mit Bruno Meier, Verleger von hier+jetzt und Mitautor einer in Entstehung begriffenen neuen Stadtgeschichte, und Tobias Wildi, Archivar der ABB, konnten wir zwei profunde Badenkenner gewinnen, die uns durch zwei verschiedene Stadtteile und Stadtgeschichten führen werden.

Mit zwei thematischen Stadtführungen wollen wir uns mit aktuellen Fragestellungen der Stadtgeschichte auseinandersetzen. Baden hat eine lange Tradition als Bäderstadt, die auf die Römerzeit zurückgeht. Im Mittelalter entwickelte sich das Bäderquartier zu einem eigenständigen, vom (politischen) Zentrum getrennten Quartier. Nach einer Blütezeit im Fin-de-Siècle blieben im Ersten Weltkrieg die ausländischen Gäste aus. Von diesem Einbruch erholte sich der Badebetrieb nie mehr ganz. Seit rund fünfzehn Jahren wird eine Erneuerung des Bäderquartiers diskutiert – die Pläne für ein neues Bad von Mario Botta erhitzen die Gemüter in Baden und darüber hinaus.

Bäderquartier, Postkarte 1913.

Den Niedergang der Bäderstadt kompensierte die Industrialisierung Badens. 1891 gründeten Charles Brown und Walter Boveri die Brown, Boveri & Cie. Baden (BBC). Zwanzig Jahre später war BBC das grösste Unternehmen der schweizerischen Maschinenindustrie. Mit dem Bau von Dampfturbogruppen wurde sie zum internationalen Grosskonzern. BBC diversifizierte in fast alle Gebiete der Elektrotechnik, oft mit Weltneuheiten (1923 Turbolader, 1939 Gasturbine, 1951 Elektronen-Kreisbeschleuniger). Noch vor 1914 fasste BBC in den wichtigsten europäischen Industrieländern Fuss, nach 1945 auch in Übersee. 1967 fusionierte BBC mit der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), 1969 mit Sécheron in Genf. Baden blieb Konzernsitz und Produktionsstandort, bis 1988 alle Aktivitäten an ABB abgetreten wurden. Die schweizerischen Betriebe wurden in der Asea Brown Boveri AG, Baden (ABB Schweiz) zusammengefasst. Es folgten eine Produktionsverlagerung ins Ausland und – auf der Basis kontroverser Gestaltungsrichtpläne – eine Umnutzung des riesigen Industrieareals: Kultur- und Kleinbetriebe hielten Einzug, Büro- und Wohngebäude wurden errichtet.

Arbeitsschluss bei der BBC im Jahr 1916. Quelle: ABB Archiv
Quelle: ABB Archiv

Gab es Wechselbeziehungen zwischen der Bäder- und der Industriestadt? Grub die Industrie dem Tourismus das Wasser ab? Trug das traditionell auf eine internationale Klientel ausgerichtete Savoir-faire zum Erfolg der Industrieholding bei? Welche Spuren haben die beiden Branchen und deren internationale Verflechtung in der gebauten Struktur der Kleinstadt und in der Mentalität ihrer BewohnerInnen hinterlassen? Und hat Baden nach dem Ende der Industrie die Rückkehr zur Bade- und Genusskultur verschlafen? Diese Fragen sind Ausgangspunkt für die beiden Führungen. Nach den Rundgängen treffen wir uns im Hotel Blume, das erstmals 1421 als Gasthaus Blume urkundlich erwähnt ist. Der heutige Bau mit glasüberdachtem Atriumhof ist Ausdruck der Blütezeit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 2003 wurde das Hotel mit dem Aargauer Heimatschutzpreis ausgezeichnet.

Im Anschluss daran pflegen wir beim Apéro riche das gemütliche Beisammensein.